Diskrete Helfer
Hoffentlich fällt es niemandem auf – das ist meist die größte Sorge von Menschen mit Inkontinenz. Daher ist es wichtig, das passende Hilfsmittel zu finden, das den Urin diskret auffängt. Doch bei der Wahl zwischen den Präparaten treten viele Fragen auf. vitanet.de hat die häufigsten davon für Sie gesammelt und mit wertvollen Tipps aus der Praxis versehen.
Welches sind die häufigsten Befürchtungen von Menschen mit Inkontinenz?
Meistens wird die Sorge geäußert, dass Andere etwas von der Inkontinenz mitbekommen und dass ein unangenehmer Geruch auffällt.
Tipp: Langfristig sollte daher von dem Gebrauch von Vorlagen auf die Versorgung mit Hilfsmitteln umgestellt werden, bei denen keine Geruchsbildung zu erwarten ist.
Wie bestimmt man die richtige Größe eines Vaginaltampons? Patientinnen mit Belastungsinkontinenz wissen meist nicht, welche Größe die richtige für sie ist.
Vaginaltampons gibt es in verschiedenen Größen. Sie sind alle etwa gleich lang aber unterschiedlich dick. Mit Hilfe eines Startersets, bestehend aus 3 Tampons unterschiedlicher Größe (22 bis 33 mm Durchmesser), kann individuell die richtige Größe ermittelt werden. Falls diese nicht ausreichen sollten, sind auch stärkere Tampons mit 40 und 45 mm Durchmesser erhältlich.
Tipp: Lassen Sie sich von Ihrem Frauenarzt/-ärztin beraten, ob Vaginaltampons für Sie geeignet sind.
Intermittierender Selbstkatheterismus (ISK): Wovor haben die Patienten Angst?
Meistens werden Schmerzen beim Einführen des Katheters befürchtet. Durch die Verwendung von schmerzstillenden Gleitgels wird dieses Problem gelöst. Wichtig ist, die richtige Kathetergröße zu benutzen.
Tipp: Besonders für mobile und berufstätige Patienten eignen sich Katheter, die bereits einen Urinbeutel integriert haben. Dadurch sind die Patienten in der Lage, den ISK auch unterwegs ohne Probleme durchzuführen.
Für Frauen gibt es jetzt spezielle Katheter für den intermittierenden Selbstkatheterismus, die nicht viel größer als ein Lippenstift sind.
Ist ein Beinbeutel, der den Urin auffängt, von außen sichtbar? Wie kann man ihn gut verstecken?
Für den Beinbeutel kann eine Einbeinhose verwendet werden, damit der volle Urinbeutel nicht nach unten rutschen kann. Ein Klettverschluss vereinfacht das Einlegen des Urinbeutels in die Tasche der Hose.
Tipp: Patienten mit Dauerkatheter können auch Hüftbeutel verwenden. Die Konstruktion macht es möglich, den Beutel mit einem speziellen Gurt direkt auf Höhe der Blase an der Hüfte zu tragen. Damit ist eine sehr diskrete Versorgung möglich. Auch mit kurzen Hosen ist der Urinbeutel nicht sichtbar.
Kondomurinal: Wie funktioniert das eigentlich? Viele haben noch nie gehört, dass es so etwas überhaupt gibt!
Ein Kondomurinal wird, ähnlich wie ein Kondom, durch Abrollen auf den Penis angebracht. Die sichere Fixierung des Urinals wird je nach Produkt mit Haftstreifen oder Hautkleber vorgenommen, alternativ dazu gibt es auch selbsthaftende Urinale.
Tipp: Voraussetzung für das sichere Funktionieren eines Kondomurinals ist die passende Größe. Diese lässt sich mit einer speziellen Mess-Schablone ermitteln.
Filmbeitrag: Walter Ohler, Medizinredakteur, Redaktion vitanet.de; Daniela Frank, Medizinredakteurin, Redaktion vitanet.de
Textbeitrag: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin, Apothekerin, Charité - Universitätsmedizin Berlin.
Bilder: Shutterstock (4), Evangelisches Geriatriezentrum Berlin (EGZB) (6)

Menschen mit Inkontinenz haben oft Angst, dass ein unangenehmer Geruch auffällt. Doch mit den richtigen Hilfsmitteln ist das kein Problem.

Viele befürchten, dass das Einführen eines Katheters schmerzen könnte. Dies kann jedoch der Einsatz eines schmerzstillenden Gleitgels verhindern.

Die Sorge, dass ein Beinbeutel von außen sichtbar ist, ist unbegründet. Er kann gut versteckt werden: sogar das Tragen von Shorts ist möglich.


